Vorbeugender und konstruktiver Explosionsschutz nach ATEX

Darstellung einer Explosion mit ATEX-Logo
ATEX-Logo
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ATEX leitet sich ab aus der
französischen Abkürzung von
Atmosphère Explosive

Maschinenrichtlinie 2006/42/EG


Im Anhang I, Punkt 1.5.7 der Maschinenrichtlinie heißt es ganz allgemein: „Die Maschine muss so konzipiert und gebaut sein, dass jegliche Explosionsgefahr, die von der Maschine selbst oder von Gasen, Flüssigkeiten, Stäuben, Dämpfen und anderen von der Maschine freigesetzten oder verwendeten Substanzen ausgeht, vermieden wird“.

Zu EU (Maschinenrichtlinie) >

Leitfaden zur Anwendung der Maschi-
nenrichtlinien (PDF) >

ATEX 114 (Produkt-Richtlinie) für Produkte in explosionsgefährdeten Bereichen und Anwendungen


Die Richtlinie 2014/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates (allgemein ATEX 114 genannt) richtet sich in erster Linie an die Hersteller.

Die Richtlinie betrifft Schutzsysteme und sämtliche Maschinen und Geräte, die sich in potentiell explosionsfähiger Atmos-
phäre befinden. Relevant in diesem Zusammenhang sind dabei elektrische und nicht elektrische Geräte, die eine eigene mögliche Zündquelle aufweisen.

Zu EU (ATEX) >
ATEX 114
(Herstellerverpflichtungen)Details

  • Durchführung einer Risikobeurteilung
  • Festlegung der bestimmungsgemä-
    ßen Verwendung und der Betriebs-
    bedingungen
  • Einstufung in eine Gerätekategorie
  • Kennzeichnung auf dem Typenschild
  • EG-Baumusterprüfung durch eine
    benannte Stelle (akkreditiertes Institut),
    wenn ein elektrisches Gerät in die Ka-
    tegorie 1 oder 2, ein nicht elektrisches
    Gerät in die Kategorie 1 fällt oder wenn
    es sich um ein Schutzsystem handelt

ATEX 137 (Betreiber-Richtlinie) definiert die Verantwortung des Betreibers


Die Explosionsschutz-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG (allgemein mit ATEX 137 bezeichnet) enthält grundlegende Sicher-heitsanforderungen hinsichtlich der Gefahren, die sich durch „explosions-
fähige Atmosphären“ ergeben können.

Zu Richtlinie 1999/92/EG (PDF) >
ATEX 137 (Betreiberrichtlinien)Details

Im Fokus steht der betriebliche Arbeits-
schutz. Doch für den Betreiber ist nicht immer erkenntlich, bei welchen Bearbei-
tungsprozessen eine latente Explosions-
gefahr und damit eine entsprechende Handlungsnotwendigkeit besteht.
Zur Klärung des jeweiligen Sachverhalts bietet Ihnen Keller eine umfassende ratgebende Unterstützung und gegeben-
enfalls entsprechende Untersuchungen an. Nicht immer findet dieses Thema die notwendige Beachtung. Doch im Scha-
densfall sollte der Geschäftsführer ein entsprechendes Explosionsschutzdoku-
ment nachweisen können.

Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Zoneneinteilung des Betriebes je nach Explosionsgefahr
  • Kennzeichnung der explosionsgefähr-
    deten Bereiche
  • Festlegung von Schutzmaßnahmen
  • Betriebsanweisungen für die Mitarbeiter
  • Erstellung eines Explosionsschutzdokuments, das alle ermittelten Daten und durchgeführten Maßnahmen enthält. Die ATEX-Betrei-
    berrichtlinie wird durch die Betriebs-
    sicherheitsverordnung BetrSichV in nationales Recht umgesetzt

Folgende technische Regeln sind dabei zu beachten:

  • DGUV Regel 113-001 (ehemals BGR 104)
  • TRBS 2152 / TRGS 720
  • TRBS 2152-1 / TRGS 721
  • TRBS 2152-2 / TRGS 722
  • TRBS 2153 / TRGS 727

EN 1127-1

„Explosionsfähige Atmosphären –
Explosionsschutz – Teil 1: Grundlagen
und Methodik“

Das Dokument beschreibt alle ange-
messenen Vorkehrungen zur Sicher-
stellung des Explosionsschutzes.


Inhaltliche Gliederung:
1 Anwendungsbereich
2 Normative Verweisung
3 Begriffe
4 Erkennung von Gefährdungen
5 Elemente der Risikobeurteilung
5.1 Allgemeines
5.2 Wahrscheinlichkeit des Auftretens von explosionsfähiger Atmosphäre und ihrer Menge
5.3 Vorhandensein von wirksamen Zündquellen
5.4 Mögliche Auswirkungen einer Explosion
6 Risikominimierung
7 Benutzerinformation

VDI 2263-6

Thema: Staubbrände und Staubexplosio-
nen; Gefahren, Beurteilung, Schutzmaß-
nahmen – Brand- und Explosionsschutz
an Entstaubungsanlagen.

Vorkehrungen für einen sicheren
Betrieb:

– Begrenzung der Staubkonzentration

– Inertisierung

– Zündquellenvermeidung

– Maßnahmen zum konstruktiven
Explosionsschutz (Druckentlastungs-
und Entkoppelungseinrichtungen)

EN 14986

Explosionsschutz an Ventilatoren

Definiert die Anforderungen an Konstruk-
tion und Prüfung von explosionsgeschütz-
ten Ventilatoren.

Die Norm nennt Prüfanforderungen zur
Zündgefahrenbewertung.

EN 14460

Die Norm definiert die Anforderungen an
explosionsdruckfeste und explosions-
druckstoßfeste Geräte.

Die Norm findet nur Anwendung auf Ge-
räten, die aus metallischen Werkstoffen
gefertigt sind.


Das Prinzip der integrierten Explosions-
sicherheit schließt die folgenden Maß-
nahmen des Herstellers ein:

Wird eine explosionsfähige Atmosphäre
entzündet, ist diese sofort zum Stillstand
zu bringen und/oder der Wirkungsbereich
der Explosionsflammen und Explosions-
drücke auf ein ausreichend sicheres Maß
zu begrenzen.

EN 16009

Einrichtungen zur flammenlosen Explo-
sionsdruckentlastung

Die DIN EN 16009 legt die Anforderungen
an die Einrichtungen zur flammenlosen
Explosionsdruckentlastung fest, die zum
Schutz von Anlagen gegen die Hauptaus-
wirkung einer Explosion im Inneren ange-
wendet werden.


Diese DIN EN 16009 ist eine Prüfnorm
und behandelt insbesondere Aspekte der
Sicherheit und des Arbeitsschutzes.

Diese Norm enthält Anforderungen an die
Konstruktion, Inspektion, Prüfung, Kenn-
zeichnung und Dokumentation.

BGR 109

Vermeidung von Staubbränden und
Staubexplosionen

Berufsgenossenschaftliche Regeln für
das Schleifen, Bürsten und Polieren von
Aluminium


Zusammenfassung und Konkretisierung
von Inhalten z. B.:

– Staatliche Arbeitsvorschriften
(Gesetze und Verordnungen)

– Berufsgenossenschaftliche Vorschriften
(Unfallverhütungsvorschriften)

– Technische Spezifikationen

– Erfahrungen aus berufsgenossen-
schaftlicher Präventionsarbeit

BGR 204

Berufsgenossenschaftliche Regeln im
Umgang mit Magnesium.

Zum Löschen von Magnesium-Staub-
bränden dürfen nur geeignete Feuer-
löschmittel und Feuerlöscheinrichtungen
verwendet werden.

Wasserhaltige Feuerlöschmittel sind
verboten.


Der erstmalige Umgang mit Magnesium
soll der Berufsgenossenschaft schriftlich
mitgeteilt werden. Auch das zuständige
Brandschutzamt sollte informiert werden.

Magnesiumspezifische Betriebsanwei-
sungen sind zu erstellen.